Herta Müller ist eine Künstlerin, die Prädikate sammelt, die wichtigsten sind Schriftstellerin, Essayistin und Dichterin. Nicht zufällig sind alle diese Bezeichnungen eng mit ihrem Umgang mit Worten verbunden. In ihren Händen erhalten die Worte einen Hauch von Leben und die Erlaubnis, sich neu zu erfinden. Durch dieses Experimentieren wird die Pantomime der Sprache geboren. Ich widme die Zeilen dieser Arbeit der aufmerksamen Lektüre der Überschreitung dieses Mechanismus im Schreiben der rumäniendeutschen Autorin. Dazu verwende ich den Roman Atemschaukel (2011) und die in Immer derselbe Schnee und immer derselbe Onkel (2012) gesammelten Essays sowie die Beiträge von Walter Benjamin, insbesondere in Bezug auf die Erlösung, und von Emmanuel Levinas und Ricardo Timm de Souza in Bezug auf den Begriff der Alterität.
Schlüsselwörter: Pantomime; Alterität; Erlösung.