Zusammenfassung: Dieser Artikel zielt darauf ab, die Hauptthemen rund um den Roman Die verlorene Ehre der Katharina Blum: Wie Gewalt entstehen und wohin sie führen kann, von Heinrich Böll (veröffentlicht 1974) zu untersuchen, um sie auf die charakteristische Zeitgenossenschaft des Werkes zu beziehen. Das zentrale Thema des Romans ist Gewalt, erreicht durch Missbrauch von Autorität und Medien und journalistische Manipulation. Die Barbarei, die die Protagonistin und alle damit verbundenen Personen etabliert und verwüstet, wird zu einer der Säulen der Unterstützung der Erzählung, so dass trotz der verschiedenen Arten der Darstellung von Gewalt, diese Figuren ihre Psyche erschüttert und ihr Privatleben ausgesetzt haben, da sowohl die ironische polizeiliche und rechtliche Ungerechtigkeit als auch der gefälschte Journalismus in der Lage waren, die vor Gericht aufgedeckten Fakten zu beschädigen. Der Artikel beabsichtigt, diese Dissimulation der Realität im Roman herauszubringen, um sie mit dem aktuellen Szenario zu verbinden, das von technologischen Fortschritt, virtuellen und globalisierten sozialen Beziehungen und Fake News durchdrungen ist, ein Phänomen neuerer Konzeptualisierung und eine Entfaltung der Sensationspresse. Es wird am Ende das Unglück verstanden, zu dem Katharina Blum bestimmt ist, denn nach der von den Medien und der Unparteilichkeit der Behörden geschaffenen Illusion ist die Protagonistin der Arbeiterklasse bereits durch das System desorientiert und pervertiert, sieht nicht viele Alternativen. An dieser Stelle offenbart sich die Sensationsmache der Massenmedien als Ausgangs- und Endpunkt des Werkes, die für alle nachfolgenden Handlungen Blums und für ihre Verhaftung verantwortlich sind.
Schlüsselwörter: Gegenwartsliteratur; Gewalt; die Sensationsmache; Aktualität; Fake News.