Studentin des Masterstudiengangs Literaturstudien – intermedial und interkulturell, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. melanie.thuemler@fau.de.
Ziel des Beitrags ist es, zu zeigen, wie Kim de l’Horizon in Blutbuch sowohl auf inhaltlicher als auch auf sprachlicher Ebene die transgenerationalen Traumata, die Teil der Familiengeschichte sind, verarbeitet. Nach einem kurzen theoretischen Einstieg, welcher im Wesentlichen den Zusammenhang von Literatur und Traumata vermittelt, wird der Roman zunächst hinsichtlich der Darstellung der Traumata analysiert. Hierzu werden die drei zentralen Figuren der Großmutter, Mutter und Erzählfigur beleuchtet, wodurch die transgenerationale Weitergabe der Traumata von Generation zu Generation veranschaulicht werden kann. In einem zweiten Schritt wird daran anknüpfend die Versprachlichung der Traumata behandelt. Anhand der in Blutbuch präsentierten gesprochenen Sprache, Körpersprache sowie durch den Akt des Schreibens als solchen kann dabei ein typischer Umgang mit Traumata nachgewiesen werden. Dieser umfasst etwa das bewusste Schweigen über traumatische Ereignisse, Schwierigkeiten verbunden mit der eigenen Körperwahrnehmung sowie das literarische Schreiben als Bewältigungsmechanismus der Traumata.