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Dossiê temático

Bd. 14 Nr. 1 (2026): Dossiê temático: 100 anos de Ingeborg Bachmann

Rastros da estrofe da canção na poesia em versos livres de Ingeborg Bachmann: uma leitura do poema “Nebelland”

Eingereicht
Juni 14, 2026
Veröffentlicht
2026-07-25

Abstract

Die Lyrik von Ingeborg Bachmann zeichnet sich durch eine große Vielfalt poetischer Formen aus, die sich auf die Tradition der deutschsprachigen Lyrik und andere beziehen. In dieser Lyrik finden sich nicht nur Zitate und Anspielungen auf Werke von Dichtern wie Francesco Petrarca, Johann Wolfgang von Goethe, Rainer Maria Rilke und anderen, sondern es lassen sich auch traditionelle Formen wie die Vierzeilerstrophe und die Hymne beobachten. In diesem Aufsatz interessiert mich die Frage, ob sich Anzeichen traditioneller Formen auch in der freien Versdichtung der Autorin finden lassen. Konkret möchte ich auf die „Spuren“ der Volksliedstrophe hinweisen, der in der gesamten deutschen Lyrik am häufigsten vorkommenden Strophenform, in der formalen Struktur des in freiem Vers verfassten Gedichts „Nebelland“. Ausgehend vom Begriff des „metrischen Codes“ (Finch, 1993) verstehe ich, dass die strukturellen Merkmale, die in diesem Gedicht auf die Volksliedstrophe verweisen, als Mittel der literarischen Verknüpfung und der Anspielung auf die poetische Tradition aus den freien Versen heraus fungieren, und dass ihre Identifizierung weitere Bedeutungsebenen für die poetische Interpretation erschließen kann. Wie andere Autorinnen und Autoren bereits gezeigt haben (Horn, 1968; Polledri, 2025), weist die Verschiebung, der Bachmann die traditionellen Formen unterzieht, auf die Notwendigkeit hin, die Tradition und die Kultur in der Nachkriegszeit zu problematisieren.

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