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Tradução

Bd. 13 Nr. 2 (2025)

Traduzindo memórias afetivas: as delícias da Oma e da Tante

Eingereicht
Oktober 23, 2025
Veröffentlicht
2025-12-19

Abstract

Zusammenfassung: Der vorliegende Artikel berichtet über die Erfahrung mit der Übersetzung handschriftlicher Kochrezepte in deutscher Sprache, die im ersten Semester 2025 im Rahmen der Lehrveranstaltung Übersetzung aus dem Deutschen II des Bachelors in Translation Deutsch/Portugiesisch der Hochschule Universidade Federal do Rio Grande do Sul gemacht wurde. Die aus dem Familienbestand von Simone Schultz kommenden und von Oma Maria Krapf und Tante Zilca Ewald verfassten Rezepte stellen Aufzeichnungen von über Generationen hinweg weitergegebenen Ernährungsgewohnheiten im Zusammenhang der europäischen Einwanderung in Blumenau (im Bundesstaat Santa Catarina) und anderen brasilianischen Städten dar. Diese Dokumente, die oft in handschriftlichen Heften erhalten wurden, zeigen nicht nur Anweisungen zur Zubereitung von Speisen, sondern spiegeln auch Erinnerungen eines häuslichen Alltags wider, der durch die Verwandten verstetigt wird. Die Arbeit zeichnete sich dadurch aus, dass sie Übersetzungspraxis und emotionale Erinnerung verband. Bei der Übersetzung gab es auch ein Interview. Dort wurde erklärt, woher die Gerichte kommen, wer sie sammelte, was ihr Lebensweg war und welche Essgewohnheiten die Familie bis heute hat, vor allem bei Festen und bei Zusammenkünften. So war jedes Kochrezept nicht nur ein technischer Text. Es wurde auch als Teil der Esskultur verstanden. Diese Sicht zeigt, dass Essen wichtig für die Identität ist. Neben einer Sprach- und Lernübung stellte sich die Aufgabe auch als eine Chance heraus, über die Übersetzung von Rezepten in ihrer technischen Spezifität nachzudenken (TEIXEIRA, 2009), da sie eine besondere Textsorte darstellen und zur Kulturgeschichte gehören (WURM, 2008; WIERLACHER, 2009). Die Übersetzungspraxis ging ebenfalls mit der Analyse theoretischer Texte zum Thema Kulinarik und zur Textsorte ‚Rezept‘ einher. Bei Betrachtung der Dimension des Essens als immaterielles Erbe und der Übersetzung als die Vermittlungsform zwischen Erinnerung, Sprache und Kultur zeigt der Beitrag die Zweckdienlichkeit der Übersetzung von Rezepten auf, nicht nur als didaktische Praxis, sondern auch als Mittel zur Bewahrung und Verbreitung gastronomischen Wissens in Brasilien.

Schlüsselwörter: Übersetzung von Rezepten; Übersetzung handschriftlicher Texte; Emotionale Erinnerung; Kulinaristik

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