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Artigos

Bd. 12 Nr. 2 (2024): Edição especial em comemoração aos 200 anos de imigrações alemãs (2/2)

“Das Deitsch hot noch viel Weat”: O que dizem falantes de Hunsrückisch de uma cidade do interior do Rio Grande do Sul sobre a língua

Eingereicht
November 2, 2024
Veröffentlicht
2024-12-29

Abstract

Zusammenfassung: Das Ziel dieses Aufsatzes ist es, verschiedene Wahrnehmungen der brasilianischen Einwanderungssprache Hunsrückisch zu analysieren. Diese Sprache hat sich in Brasilien, vor allem im Süden des Landes, seit 1824, als die ersten deutschen Einwanderer ankamen, entwickelt und wurde seit dann gesprochen. Im Laufe der Jahre durchlief das Hunsrückische in den deutschen Kolonien und in den sich entwickelnden Städten verschiedene Phasen und Status. Zuerst war sie die Hauptkommunikationssprache zwischen den Einwanderern in ihrer neuen Heimat. Einige Jahre später wurde sie im Zuge der Nationalisierungskampagne (1937-1945), die die Idee eines einsprachigen Landes vertrat, verbannt. Nach dieser Zeit wurde das Hunsrückische zwar nicht mehr verboten, aber es wurde immer weniger gesprochen, was auf die Mythen, die über das Hunsrückische verbreitet wurden, zurückzuführen war: dass es eine Sprache der „Siedler“, eine „falsche Sprache“, ein „falsches Deutsch“ usw. sei (PUPP SPINASSÉ, 2016, S. 110). In diesem Sinne schämten sich die Menschen, Hunsrückisch zu sprechen, und sie sahen keinen Wert mehr in der Sprache, sodass sie aufhörten, sie zu sprechen. In den letzten Jahren hat jedoch die Zahl der Studien zum Hunsrückischen zugenommen und viele dieser stigmatisierten Ansichten werden dekonstruiert. Die Sprachpolitik in Bezug auf die Einwanderungssprache ist jedoch immer noch prekär, und um dies zu ändern, ist es notwendig, den Sprechern und den Minderheitensprachen selbst „zuzuhören“, damit die Mehrsprachigkeit zunehmend gefördert wird (ALTENHOFEN, 2013, S. 96). In diesem Sinne wurden in diesem Aufsatz Sprecher*innen des Hunsrückischen, die alle in der Stadt Morro Reuter wohnen, befragt, um ihre Wahrnehmung der Einwanderungssprache zu analysieren. Diese Interviews sind Teil der Videoserie Mea spreche Deitsch (Wir sprechen Deitsch), die über und auf Hunsrückisch ist. Die Auswertung der Daten hat gezeigt, dass die Befragten einen hohen Wert in der Sprache sehen, da viele Menschen in der Region sie noch kennen und sich sogar besser auf Hunsrückisch verständigen können als auf Portugiesisch. In diesem Sinne ist die Sprache wichtig für die tägliche Kommunikation in der Region und für diejenigen, die im Kundenservice arbeiten. Außerdem schämen sich die Befragten nicht mehr dafür, die Sprache zu kennen, und halten es für wichtig, dass sie weiterhin gesprochen wird, wobei vor allem die Familie und die Schule als Orte genannt werden, an denen die Sprache erlernt werden kann. Auf der Grundlage dieser Wahrnehmungen konnten einige Sprachenpolitik zur Aufwertung und Erhaltung des Hunsrückischen vorgeschlagen werden, wie z. B. die Aufnahme der Sprache in den Lehrplan der Schulen, Veranstaltungen zur Förderung der Interaktion in der Sprache, Workshops für Menschen im Allgemeinen oder für diejenigen, die im Kundendienst tätig sind, usw. Das Wichtigste ist jedoch, dass mehr Sprecher*innen gehört werden, damit noch mehr Beiträge zur Gestaltung der Sprachpolitik geleistet werden können.

Schlüsselwörter: Hunsrückisch; Sprachenpolitik; Einwanderungssprache.

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