Das Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob der übersetzte Text als Mittel zur Bewahrung der Aura, einem Konzept von Walter Benjamin, fungieren kann, und wie sich dieser Prozess in den Übersetzungstheorien, insbesondere im transkriptiven Ansatz von Haroldo de Campos, manifestiert. Die zentrale Fragestellung ist, ob es sich hierbei um eine unvollständige doppelte Bewegung handelt. Um diese Fragestellung anzugehen, erkundet die Studie zunächst die theoretische Perspektive von Walter Benjamin zum Konzept der Aura, gefolgt von einer Analyse des Ansatzes von Haroldo de Campos, insbesondere in Bezug auf die Transkription. Methodisch basiert die Arbeit auf einer bibliografischen Untersuchung, wobei die Werke beider Autoren verwendet werden, um einen Dialog zwischen dem Bereich der Übersetzung, der Literatur und den visuellen Künsten herzustellen. Es handelt sich um eine qualitative Forschung, da komplexe und vielschichtige Phänomene untersucht werden, die nicht quantifiziert werden können. Die Studie hebt die Unvollständigkeit des übersetzten Textes hervor, wie von Haroldo de Campos dargestellt, der die Möglichkeit einer semantischen und syntaktischen Neuschöpfung in der Autor-Übersetzer-Beziehung vorschlägt und sowohl die Bewahrung als auch die Schaffung einer neuen Aura anzeigt. Die Bedeutung weiterer Forschungen, die diese Theorien miteinander verbinden, wird betont, ebenso wie die Reflexion über die Rolle des Übersetzers bei der Bewahrung und Übertragung des Werks. Unter Berücksichtigung der Benjaminschen Ethik wird der Übersetzer als jemand betrachtet, der Lücken füllt und andere mögliche Diskurse ermöglicht, wodurch seine Bedeutung für die Bewahrung des Werks hervorgehoben wird. Die Übersetzung wird als ein Mechanismus wahrgenommen, der die Zeit wiederherstellt und die Geschichte erneut erzählt, im Einklang mit der Vision von Susan Buck-Morss über die Bewahrung der Erinnerung. Die Überlegung zu Benjamins These über das Konzept der Geschichte unterstreicht die Bedeutung der Übersetzung für die Bewahrung des wahren Bildes der Vergangenheit, das es ermöglicht, im gegenwärtigen und zukünftigen Echo zu hallen.
Schlüsselwörter: Aura; Walter Benjamin; Haroldo de Campos; Übersetzung; Transkription